Dave Wheels begann in den frühen 1990er Jahren mit zeitgenössischer elektronischer Musik in Großbritannien als Teil des Higher Intelligence Agency Audio-Projekts und den immersiven elektronischen Kunst-Events von Oscillate. Die ortsspezifischen Oscillate-Events präsentierten zeitgenössische elektronische Live-Performance zusammen mit Künstlern anderer Disziplinen, darunter Lichtskulpturen und experimentelle Videoarbeiten, und fanden an zeitgenössischen Orten und auf Kunstfestivals wie dem Triple X Arts Festival in Amsterdam statt, wo das Kollektiv einen Gasometer in einen 360-Grad-Performance-Raum verwandelte.

Nachdem er Eventproduktionen und temporäre Kunstumgebungen für andere Künstler geleitet hatte, arbeitete Dave an einem transformativen Event mit dem japanischen Medienkünstler Toshio Iwai und Yu Nishibori von der Music and Human Interface Group (Japan), um den Prototyp eines Konzeptinstruments einem neuen Publikum vorzustellen. Bei dem Instrument handelte es sich um das Tenori-On, ein im Yamaha Center for Advanced Sound Technology entwickeltes, in der Hand zu haltendes Musikinterface mit LED-Schaltern, das die Musikkreation mit Hilfe von Lichtsignalen und Intuition förderte und es auch Personen ohne musikalische Kenntnisse ermöglichte, sofort und spielerisch Klänge und Kompositionen zu erzeugen.

Kurz nachdem das Tenori-On auf den Markt kam, entwickelte Dave eine tiefe Verbundenheit mit dem Instrument und reduzierte seine künstlerischen Werkzeuge auf dieses eine Interface und widmete sich der improvisierten Performance. Dave ist mit dem Tenori-On auf Kunstfestivals und Veranstaltungen in Großbritannien und Europa aufgetreten. Als regelmäßiger Besucher des Stadtteils Hamburg-Veddel ist er bereits in der Immanuelkirche mit seinem Tenori-On aufgetreten.

Für das Projekt Klangturm Veddel und basierend auf seinem Verständnis der Veddel-Gemeinschaft schlägt Dave Wheels vor, freundliche, gedämpfte und dennoch hörbare Töne zu verwenden, die im Tenori-On erzeugt werden, mit subtilen Unterschieden in den Tonarten, um auf die verschiedenen kulturellen Gruppen des Viertels zu verweisen. Dabei wird eine gedankliche Brücke zwischen dem Futurismus des japanischen Konzeptdesigns und dem traditionellen, weltweiten Verständnis des Uhrenturms als Bezugspunkt der Gemeinschaft geschlagen - ein Bezugspunkt, dessen selbstbewusste, aber unaufdringliche Hintergrundsignale nicht nur die Tageszeit signalisieren, sondern auch, dass für die Menschen in der Gemeinschaft "alles gut ist".